AndersNormal !

Potenzial Hochsensibilität

Herzlich willkommen!

Ich freue mich über Ihren Besuch und Ihr Interesse am Thema Hochsensibilität. 

Auf den folgenden Seiten können Sie sich grundlegend über das Phänomen dieser besonderen Wahrnehmungskompetenz 

und über mein Angebot informieren, 

das sich nicht nur an hochsensibel veranlagte Menschen richtet.



AndersNormal bietet vornehmlich Raum für Menschen mit hochsensibler Wahrnehmungskompetenz und möchte die engen, vorherrschenden Vorstellungen von Normalität in Frage stellen, bewusst machen und erweitern.

Hochsensible Menschen erleben sich oftmals schon während ihrer Kindheit als "anders". Und oftmals hat dieses "Anders" eine Färbung von "Nichtrichtig" oder "Ungenügend", weil wir es gewohnt sind, Vergleiche anzustellen und uns an dem zu orientieren, was "normal" ist. Deshalb wünschen sich viele hochsensibel veranlagte Menschen, normal(er) zu sein, um sich nicht ständig so anders fühlen zu müssen. Anders zu sein, auszusehen, zu fühlen, zu denken, wahrzunehmen ... hat in unserer Gesellschaft oftmals einen hohen Preis, denn anders bedeutet nicht dazugehörig. Normalität bietet Sicherheit, Anderssein nicht.


Was ist denn eigentlich normal oder Normalität?

Normalität ist etwas, in das wir hineinwachsen und was wir (zunächst) als gegeben hinnehmen müssen. 

Normal ist das, was wir alle (als Gesellschaft) vereinbaren, zulassen, tolerieren, unterstützen, praktizieren und nicht (mehr) in Frage stellen - und nicht etwa das, was gut, notwendig, hilfreich, gerecht, natürlich oder sinnvoll ist. 

Normalität ist etwas, was die Vielfalt, Kreativität, Vitalität und Einzigartigkeit eines jeden Wesens beschneidet, negiert und missachtet.

Normalität führt zu Trennung, da alles und jeder ausgegrenzt wird, was oder der nicht der Norm entspricht. So ist auch klar definiert, wer oder was richtig oder falsch, erwünscht oder unerwünscht ist.


Normalität erschwert Authentizität

Normalität wird uns beigebracht, indem von uns verlangt wird, unsere Einzigartigkeit aufzugeben und unser authentisches Wesen zu verraten. Das ist der Preis, den wir alle zahlen müssen, um weiterhin dazugehören zu dürfen. Wir lernen, nach den Normen derer zu leben, von denen wir als Kinder abhängig sind. Denn als Kinder sind wir auf uns eingestimmte, uns bedingungslos liebende, bejahende und beschützende Erwachsene angewiesen. Das Streben nach Zugehörigkeit ist ein menschliches Grundbedürfnis, das unser Überleben sichert und das noch stärker und größer ist als das nach Nahrung.

Wenn wir so auf Normalität schauen wird klar, dass normal werden oder sein eine pathogene Dynamik hat. Statt eines authentischen entwickeln wir unter dem Diktat der Normalität ein sogenanntes falsches Selbst. Unsere Eltern und/oder andere, für unser Wohlergehen verantwortliche, Personen entscheiden in unseren ersten Lebensjahren darüber, ob wir ein gesundes Selbst entwickeln können oder ob unsere Selbst-Entwicklung behindert, blockiert, unterdrückt wird und sich ein falsches Selbst bilden muss. Die daraus hervorgehenden Störungen bestimmen wesentlich unser folgendes in-und-mit-der-Welt-Sein. 

Ich möchte an dieser Stelle den Hallenser Psychoanalytiker und Pychiater Hans-Joachim Maaz zu Wort kommen lassen:

"Ein falsches Selbst ist ein Erziehungsprodukt oder Folge von frühen Beziehungsstörungen. Zum falschen Selbst wird man durch Androhung von  Abwertung, Strafe, Liebesentzug und Verlassenwerden gezwungen oder durch Zuwendung, Lob, Auszeichnung und Geld für erwünschtes Verhalten verführt. Im falschen Selbst haben die Betroffenen ein bestimmtes Denken und Handeln erlernen müssen. Wesentliche individuelle Selbst-Anteile durften sich nicht entwickeln oder wurden aktiv in ihrer Entfaltung behindert. Natürlich möchte jeder Mensch auch im falschen Leben einigermaßen zufrieden sein oder sogar glücklich werden. Das ist dann aber nur noch im Rahmen der vorherrschenden (falschen) Werte möglich. Die aus der Not heraus gefundene und aufgebaute Lebensrealität ist dann nur Ersatz, Kompensation, eine Art Sekundärleben, in dem man allerdings sehr reich, berühmt und mächtig werden kann, so dass die Entfremdung nahezu perfekt verleugnet werden kann."

aus: Das falsche Leben. Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft, C.H.Beck, München 2017, Seite 49


Hochsensible Kinder profitieren ganz besonders von einem liebevollen Elternhaus, in dem sie sich sicher und geliebt fühlen. In dem ihr SoSein begrüßt und entsprechend beantwortet wird - egal, ob das normal ist oder nicht. Geschieht das nicht oder selten, leiden Kinder allgemein - und hochsensible im Besonderen - darunter. Die Selbst-Anteile, die nicht sein dürfen und nicht beantwortet werden, die bestraft, verhöhnt, übergangen werden, werden nachhaltig weggesperrt. Es sind die Anteile, die wir an uns selbst hassen, die wir nicht haben und schon gar nicht annehmen wollen - und die wir dann auf andere projizieren, die wir verleugnen und immer wieder verdrängen. So gehört es notgedrungen auch zur Normalität, dass die meisten Menschen (hochsensibel oder nicht) im Unfrieden mit sich selbst und anderen, ja mit der Welt sind - ohne zu wissen oder zu ahnen, woran das liegen könnte. Die Maske, die wir als Überlebensstrategie entworfen haben und fortan tragen (müssen), wird uns zur zweiten Haut. Normal. 

Alles und jeder, der uns an diese Anteile erinnert oder darauf stößt, ist eine Bedrohung für unser System. Und das kann jederzeit und überall passieren. Die Welt ist dadurch nicht (mehr) sicher und eine potenzielle Gefahr. Das damit verbundene Stressniveau wird ebenfalls als normal empfunden. 


Der Verlust der inneren Sicherheit

Wenn wir in unserer Kindheit immer wieder dazu gezwungen werden, anders zu sein als wir sind und uns verstellen müssen, damit wir ins Normalitätsraster passen und weiter dazugehören dürfen, erfahren wir dadurch eine tiefe und nachhaltige Verunsicherung. Wenn ​wir uns nicht auf unsere ureigenen Bedürfnisse, Empfindungen und Gefühle verlassen können, geht uns die innere Ordnung und Orientierung verloren, weil wir uns vermehrt nach außen richten müssen, um klar zu kommen. So verlieren wir allmählich die Verbindung zu unserem inneren Kompass und sind auf äußere Orientierungshilfen angewiesen. 


AndersNormal ...

... möchte diese Muster und Mechanismen beleuchten und aufdecken, Licht in die dunklen Ecken unserer inneren Heimat bringen 

... möchte dazu beitragen, dass das Potenzial Hochsensibilität als solches erkannt, entfaltet und gelebt werden kann und jeder          Mensch sein einzigartiges, ihm innewohnendes Potenzial zum Ausdruck bringt 

... begleitet (hochsensible) Menschen auf ihrem Weg und bietet Raum, um sich zu entdecken, zu erproben, neu zu erfinden, zu            entfalten, zu wachsen, zu fühlen und zu handeln

​... ist offen für Neues

 


                                                               Hinter AndersNormal steht

  Anette Eßer  

Diplom-Pädagogin, Elternberaterin, SchulCoach, Dozentin in der Erwachsenenbildung 

Self-Boundary Awareness-Trainerin (SBAT nach Dr. Klaus Blaser),

Inner Science Praxisgruppenleitung nach Thomas Hübl

Achtsamkeitsbasierte individuelle Prozessbegleitung zur Heilung der

inneren Beziehung / Focusing

Autorin

Dienende im Malort

Mitglied des Informations- und Forschungsverbundes Hochsensibilität e.V. (IFHS)

Meine HSP-Geschichte in aller Kürze ...

Eine zentrale Erfahrung zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben: Ich bin irgendwie anders!

Und obwohl ich mich häufig sehr bemüht und angestrengt habe mitzuhalten und dazu zu gehören, stieß ich immer wieder auf Grenzen: meine Grenzen. Meine Grenzen als hochsensible Person. Als ich vor 11 Jahren zum ersten Mal davon erfuhr, stellte sich eine große Erleichterung ein, hervorgerufen durch die Erkenntnis, dass es gute Gründe für mein Anders-Sein gibt. Sie war der Schlüssel zu einem wesentlichen und bis dahin ungeliebten Teil meiner Identität, den ich als Quelle der immer wieder erlittenen Entfremdung mir und anderen gegenüber empfand.

Die Botschaft: "Es liegt nicht daran, dass du es nicht kannst, es liegt daran, dass du anders bist. Also hör auf damit, dich mit anderen zu vergleichen. Ein Apfel ist ein Apfel und eben keine Birne: Sei, werde du selbst!" hat mich sehr bewegt. Sie verändert seitdem mein Leben. Deshalb traf ich 2013 die Entscheidung, die Hochsensibilität zu einem meiner Schwerpunktthemen zu machen. Die Erfahrung, wie erleichternd und bereichernd das Wissen um diese Gabe sein kann, hat in mir den Wunsch geweckt, auch anderen Menschen diese Erfahrung zu ermöglichen - und dann noch ein paar Schritte weiter zu gehen: vom Defizit zur Potenzialentfaltung, von der Entfremdung zur Integration, vom "Dagegen" zum "Dafür" und schließlich in einen umfassenden und erweiterten Prozess, in dessen Mitte die Heilung der inneren Beziehung steht.

                     Noch etwas Grundsätzliches:

Hochsensible Menschen sind weder "besser" noch "schlechter" als normalsensible. 

Sie sind einfach nur an​ders:

andersnormal!

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